Archiv

2017

Sonderedition 2017

Wanderwege. Musiktheorien und Kompositionslehren in und aus China

Bericht ber drei Symposien zu dem Projekt The Cultural Transfer of Central European Music Theory to China

Die Sonderedition wird herausgegeben von Gesine Schrder unter Mitarbeit von Hong Ding, Huang Yu-Chun, Lukas Park und Tobias Tschiedl

Durchgefhrt wurde das Projekt im Rahmen des Eurasia Pacific Uninet, gefrdert aus Mitteln des BMWFW




2016


2015

Die neue ZB nimmt in der Reihe der bisherigen Ausgaben eine Sonderrolle ein, indem sie kein bergeordnetes Thema setzt, sondern freie Beitrge versammelt. Dies ermglicht die Verffentlichung dreier Texte, die in vielfltigen Bezgen zu den bisherigen Ausgaben stehen, ohne untereinander thematisch verbunden zu sein: Wilfried Sommer wendet sich Fragen des leiblichen Lernens zu und greift damit eine Diskussion der ZB von 2010 auf. Gundel Mattenklott setzt sich in ihrem Essay mit Familienkonstellationen in den Grimmschen Mrchen auseinander, die auch aus heutiger Sicht Realittsbezug haben, und knpft damit an ein kinderliterarisches Themenfeld an. Eine musikhistorische Perspektive nimmt Gesine Schrder ein, die sich dem Komponisten Kurt Schwaen aus dessen Feder das wohl bekannteste DDR-Kinderlied Wenn Mutti frh zur Arbeit geht stammt und seinem Ansatz einer Volks- und Laienmusik zuwendet.

Zusammen mit dieser Ausgabe wird ein neuer Call for Papers zum Thema

Das Reich der Vgel

Beitrge zur sthetischen Bildung und zur Einbung in sthetische Aufmerksamkeit, zur Kindheitsforschung, zur Didaktik und zum Unterricht.

online gestellt. (s. Informationen)

Einsendeschluss fr Texte ist der 30. April 2016

2014

Redaktion: Christina Griebel, Petra Kathke, Constanze Rora
Nachzgler

Wir weisen alle Leserinnen und Leser der Zeitschrift sthetische Bildung darauf hin, dass wir nun den Beitrag von Franck Hofmann zur letzten Ausgabe (Archiv, Jg. 5, Nr. 1, 2013) mit dem Schwerpunkt Literatur im Spektrum der Knste online stellen konnten. Unter dem Titel Ein Wohnhaus der Dinge. Orhan Pamuks Museum der Unschuld und der Ort ost-westlichen Lebenswissens hatten wir ihn bereits im Dezember 2013 angekndigt. Aus schwerwiegenden persnlichen Grnden verzgerte sich jedoch die Fertigstellung des Aufsatzes der Titel ohne pdf blieb eine Leerstelle in unserem Inhaltsverzeichnis. Jetzt finden Sie die Leerstelle geschlossen und knnen Hofmanns Text lesen, unter dem leicht vernderten Titel: Ein Wohnhaus der Dinge, Istanbul Frhling 2014. Orhan Pamuks Museum der Unschuld und das Wissen der Literatur". Nur in einer online-Ausgabe ist ein solch flexibles Vorgehen mglich. Unser herzlicher Dank gilt Franck Hofmann, der es nicht aufgegeben hat, seinen Text abzuschlieen. Nicht nur, aber vielleicht in besonderem Mae wird er das Pamuk-Lesepublikum und die Istanbul-Reisenden interessieren.


2013


2012

Der Begriff des Populren ist schillernd und nicht frei von Ambivalenzen. Auf der einen Seite dient er der Beschreibung von Artefakten, die sich durch allgemeine Bekanntheit, Vertrautheit und Zugnglichkeit auszeichnen. Diese Dimension des Begriffes, in der das Populre als positive Bewertungskategorie erscheint, hat als Kehrseite die Dimension der massenmedialen Verbreitung, auf die bezogen sich Bekanntheit und Zugnglichkeit als kommerzielles Kalkl einer Kulturindustrie erweisen. Das jedermann Zugngliche steht unter dem Verdacht, als Gestaltungsmaxime den kleinsten gemeinsamen Nenner zu nehmen, dem jede Spezifik, Einmaligkeit, Individualitt und jedes knstlerische Wagnis abgeht.

Doch die kommerziell gesteuerte massenmediale Verbreitung von Artefakten bildet nur eine Seite populrkultureller Erscheinungsformen. Ihr gegenber steht die Bildung von Subkulturen, d.h. die Entstehung sthetischer Zeichensysteme, die fr die jeweils spezifische Gruppe zusammenhaltende, identittsstiftende Funktionen hat. Das Populre im Sinne von zugnglichen Artefakten und sthetischen Alltagspraxen geht nicht in Massenphnomenen auf, sondern kreiert eigene soziale und politische Rume. In diesem Sinne, weil das eine ebenso wenig wie das andere aus dem Feld des Populren wegzudenken ist, lsst sich bezogen auf den Begriff des Populren von einer Ambivalenz sprechen. Die Analysen der cultural studies wenden sich dieser Ambivalenz zu und thematisieren populre Kulturen unter dem Aspekt ihrer alltglichen Praxen und individuellen Bedeutungen.

Die vorliegende Ausgabe versammelt Beitrge, in denen Aspekte der Ambivalenz Bercksichtigung finden, wobei der Fokus einerseits auf die Beschreibung von Phnomenen sthetischer Alltagspraxis in historischer (Eberhard) und aktueller Perspektive (Marian, Brunner) sowie dahinter liegende Modelle kultureller Teilhabe (Flath) gelegt wird. Andererseits richtet sich das Interesse auf die Frage der Ermglichung von Differenzerfahrungen in kunst- und theaterpdagogischen Inszenierungen (Griebel, Zumhof). Abschlieend wird das Phnomen einer Stilisierung und Verklrung der sthetischen Praxis des Singens in filmischen Darstellungen thematisiert (Wulff).
Jg. 4, Nr. 1 (2012): Vermittlung zwischen Werk und Rezipient

Wenn Kunst, wie Adorno sagt, dem Kommunizieren des Unkommunizierbaren gilt, liegt die Frage nahe, auf welche Weise der Rezipient jeweils an den Rand des Vermittelbaren gefhrt wird. Welche Strategien bzw. Gestaltungsmittel werden eingesetzt, um ihn zu einer emotionalen Stellungnahme bzw. einfhlsamen Mitvollzug aufzufordern und wieviel Spielraum wird ihm dabei gegeben? Neben Aufmerksamkeit und Identifizierung frdernden Gestaltungselementen, die in das Werk selbst eingelassen sind, hat die performative Gestaltung der Interpreten einen wesentlichen Einfluss auf den Rezeptionsprozess. Welche Aufgaben und Ziele setzen sich Musiker und Tnzer wenn sie sich selbst und ihre Studenten auf die Auffhrung eines Werkes vorbereiten?

Auch uere, dem Werk und seiner Auffhrung nicht angehrende Instanzen wie Konzert- und Theaterfhrer, Moderatoren und Pdagogen, Einfhrungsvortrge, Programmhefte und - nicht zuletzt - Unterrichtsstunden versuchen auf jeweils eigene Weise, durch das Werk zu fhren und das Rezeptionserlebnis zu intensivieren.

Die vorliegende Ausgabe widmet sich dieser Thematik anhand von Aufstzen und Gesprchen. Sie beruhen auf Beitrgen zu der Tagung Durch das Werk fhren - Instanzen und Strategien der Vermittlung zwischen Werk und Rezipient, die am 11.November 2011 an der Hochschule fr Musik und Theater Leipzig durchgefhrt wurde.


2011


2010

Mit diesem Thema wendet sich die ZB einem Problembereich zu, der nicht nur die sthetischen Fcher betrifft. Es geht um die Frage nach Lernprozessen, die im nonverbalen Bereich liegen und je nach Fokus auch als implizites, begriffloses oder mimetisches Lernen bezeichnet werden knnen. Der Begriff des leiblichen Lernens wird von der anthropologisch orientierten Pdagogik verwendet und unterscheidet zwischen den verschiedenen Bereichen Wahrnehmung, krperliches Handeln, Selbstwahrnehmung, Symbolisierung und Beziehungsaufnahme/ Kommunikation.

Welche Rolle spielen Lernprozesse dieser Art in und auerhalb von Unterricht, wie werden sie pdagogisch begleitet, wie lassen sie sich beobachten und dokumentieren?

Die Beitrge bercksichtigen folgende Bereiche:

- Situationen leiblicher Bildung im Elementarbereich

- Didaktische Perspektiven auf die Leiblichkeit von Erfahrung und Lernen

- Biografische Dimensionen leiblicher Bildung

- Implizites Lernen in der Benachteiligtenfrderung


2009

Die Stadt, ein von Menschen geschaffener Ort, wird traditionell als Kultur dem Raum der wilden Natur entgegengesetzt. Dabei stellt jede Stadt eine eigene Kultur dar, geprgt von ihrer Geschichte einerseits, ihrer aktuellen politischen, gesellschaftlichen, stdtebaulichen und architektonischen Situation andererseits. Reisende, die dem Geheimnis, der Atmosphre, dem Charakter einer Stadt auf der Spur sind, und Bewohner, deren Leben davon alltglich bestimmt wird, erleben diese spezifische Kultur und gestalten sie selbst mit.

Als sthetischer Erfahrungsraum ffnet die Stadt sich dem, der sich ihr betrachtend und reflektierend zuwendet, dem Touristen, aber auch dem Stadtbewohner, der sein Zweckverhltnis zu den Verkehrswegen und Orten der Stadt vorbergehend aufgibt zugunsten einer neugierigen, genieenden Haltung. Eine Stadt als Ganzes kennenzulernen, scheint dabei kaum mglich, da sie je nach Blickpunkt des Betrachters andere Facetten aufweist. Fragment und mehrperspektivische Inszenierung sind ihr angemessene knstlerische Formen und Strategien.

Der kontemplative und reflektierende Blick auf die eigene und die fremde Stadt - die sthetische Einstellung ihr gegenber - kann dazu beitragen, der eigenen Existenz und Wahrnehmungsweise inne zu werden und ihr fragend zu begegnen. Die Gleichzeitigkeit, das Nebeneinander von sedimentierter Geschichte und aktuellem, zuflligen Geschehen vermittelt das Bewusstsein, selbst eingebunden zu sein in den historischen Prozess, der sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart vollzieht. Kunstaktionen, Performances, museale Objekte und Musik im ffentlichen Raum bieten fr einen selbstreflexiven Blick auf die Stadt als Umwelt ein vielfltiges Anregungspotential.

Wie knnen stadtbezogene Erfahrungs- und Bildungserlebnisse angebahnt und gefrdert werden? Wie knnen Sichtweisen und Formsprachen der verschiedenen Knste, die die Stadt als sthetischen Erfahrungsraum thematisieren, pdagogisch fruchtbar werden?

Das Spiel steht fr sich, es braucht weder Knste noch Pdagogik und Didaktik. Beide Bereiche sind allerdings auf unterschiedliche Weise und in historisch wechselnden Konstellationen auf das Spiel bezogen. Dessen Verwandtschaft mit den Knsten, die von der Selbstzweckhaftigkeit bis zur abstrahierenden Formensprache reicht, ist in der sthetik wie in Spieltheorien vielfach konstatiert, beschrieben und analysiert, manchmal auch strikt verworfen worden. In diesem zweiten Fall wird etwa das dem Spiel fremde Werk als Ziel knstlerischen Handelns betont oder der jedem Kunstgebilde inhrente Bezug zu einem Publikum bzw. einer Gesellschaft von Knstlern und Kunstkennern. Auf jeden Fall lassen Knstler und Knstlerinnen das spontane und absichtslose Spiel ohne Zuschauer, wie es kleinen Kindern eigen ist, weit hinter sich. Gleichwohl sind viele von ihnen fasziniert vom Kinderspiel, sie adaptieren und reflektieren Spielformen und -regeln.

Als die alltgliche Beschftigung des Kindes ist das Spiel ein Gegenstand der Kindheitsforschung wie des pdagogischen und didaktischen Denkens und Handelns. Knnte doch das Kind sich so freudig und konzentriert in den Lerngegenstand versenken wie in seine Spielttigkeit! Pdagogen haben daher ein groe Menge von Lernspielen ersonnen aber wie es ihnen fter geht: das Spiel ist ihnen dabei meist abhanden gekommen, von der Kunst ganz zu schweigen.

In den folgenden Beitrgen wird es um dem Spiel entliehene Formen der Vermittlung und Unterrichtsgestaltung ebenso wie um Spielformen der knstlerischen Lerninhalte gehen.
Die Beitrge dieser ersten Ausgabe der ZB beruhen auf Vortrgen, die auf der Expertentagung SpielKnste Praxisbeispiele und Didaktische Modelle an der Universitt Leipzig im Frhjahr 2008 gehalten wurden.

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2009-2016 ZEITSCHRIFT STHETISCHE BILDUNG (ISSN 1868-5099)